Wasseraufbereitung

Die Wasseraufbereitung dient der Herstellung von einwandfreiem Trinkwasser. Die Richtlinien dazu finden sich in der Trinkwasserverordnung, die die mikrobiologischen und chemischen Anforderungen an die Beschaffenheit von Trinkwasser festlegt.

Das im Versorgungsgebiet der Hochsauerlandwasser GmbH abgegebene Wasser muss, um den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung gerecht zu werden, teilweise aufbereitet bzw. desinfiziert werden. Die hierzu angewandten Mittel werden so sparsam wie möglich, aber soviel wie nötig eingesetzt. 

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   "Wasseraufbereitung in Stockhausen"

In der Wasseraufbereitung handelt es sich im Einzelnen in erster Linie um Kalkstein und Luft bzw. in einem kleinen Bereich des Versorgungsgebietes um ein Natronlauge/Phosphatprodukt. Bei der Desinfektion kommt entweder Chlordioxid oder Natriumhypochlorit oder UV-(ultraviolettes) Licht zum Einsatz. Wichtig ist, dass alle angewandten Mittel in Ihrer äußerst geringen Konzentration gesundheitlich unbedenklich sind und durch die niedrigen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung einem lebenslangen Genuss unseres Lebensmittels Nr. 1, vom Säugling bis ins hohe Alter, absolut nichts entgegensteht!

Bei der Trinkwasseraufbereitung in den Wasserwerken kommen verschieden mechanische, chemische und biologische Verfahren zum Einsatz, die im Wesentlichen drei Aufgaben erfüllen sollen:

  1. die Entfernung von Verunreinigungen
  2. eine Stabilisierung des Wassers, die sicherstellen soll, dass sich die Beschaffenheit des Wassers während seiner anschließenden Verteilung und dem Gebrauch nicht verändert und keine Korrosionsschäden an den Wasserrohren auftreten, und
  3. die Hygienisierung, die unerwünschte Keime aus dem Wasser entfernen soll.

Die Aufbereitung von Grundwasser aus einem ausreichen geschützten Grundwasserleiter ist in der Regel weniger aufwändig als die von Quell- und Oberflächenwassern.

Zur Wasseraufbereitung zählen die in der folgenden Übersicht vorgestellten Verfahren:

Prozess

Anlagenkomponente

Zweck

Siebung

Rechen, Trommelsieb, Mikrosieb

Entfernung von größeren Feststoffen und Schwimmstoffen

Sedimentation

Sandfang, Absetzbecken

Entfernung kleinerer Schwimmstoffe, Sand, geflockter Schwebstoffe

Filtration

Sandfilter

Entfernung von Schwebstoffen

Flotation

Flotationsbecken

Entfernung von feinen Schmutzpartikeln durch Einblasen von Luft

Flockung

Flockungsbecken

Entfernung von Kolloidstoffen und feinen Schmutzpartikeln durch Zugabe von Flockungsmitteln (Entladung der Partikel) und Einstellung des pH-Wertes. Kann ebenso mit einer Filtration verbunden sein (Flockungsfiltration).

Fällung

Fällungsbecken bzw. Fällungsfiltration

Ausfällung von Störstoffen z.B. Eisen oder Mangan durch Belüftung und anschließender Sedimation oder Filtration.

Adsorption

Aktivkohlefilter

Anlagerung von z.B. halogenierten Kohlenwasserstoffverbindungen (AOX) oder Farbstoffen

Entsäuerung

Entsäuerungsanlage

Entfernung der aggressiven Kohlensäure. Dient der Vermeidung von Korrosion im Rohrnetz.

Enthärtung

Enthärtungsanlage

Entfernung von Ca + und Mg +

Entsalzung ( Desalination)

Entsalzungsanlage

Entfernung von Salzen z.B. zur Aufbereitung von Meerwasser zu Trinkwasser und zur Bewässerung

Strippen/Austreiben

Strippbecken

Entfernung durch Einblasen von Luft/Gasen. Damit werden in Entsprechung des Dampfdruckes gelöste Wasserinhaltsstoffe in die gasförmige Phase übergeführt und folglich aus dem Wasser entfernt.

Kühlung

Kühltürme, Kühlteiche, Wärmetauscher etc.

Verminderung der Temperatur, um den Anforderungen nachfolgender Prozesse oder Nutzungen zu genügen.

Biochemische Verfahren

Beispiel: Denitrifkation

Ausnutzung biochemischer Vorgänge. In der Denitrifikation wird der Nitrat-Gehalt belasteten Rohwassers entweder durch Kohlenstoffzugabe im Untergrund oder in einem Reaktor vermindert.

Desinfektion

Sonderbecken, Zugabe in das Rohrnetz

Entkeimung durch Chlor-, Ozonzugabe oder UV-Bestrahlung