Wie macht man Schnee?

Temperaturen in unterschiedlichen Höhen
Ein Schneestern in voller Pracht [Bilder mit freundlicher Genehmigung von Herrn Diplom-Meteorologe Günter Rampe, www.wetterklima.de]

Eda fragt: Wie macht man Schnee?

Hallo Eda,

schön, dass Du Dich so für Wasser und seine Erscheinungsformen interessierst!

Also: Deine Frage, wie man Schnee macht, ist gar nicht so leicht zu erklären, weil man sie auf zwei Arten verstehen kann:

  1. Wie entsteht Schnee (in der Natur)
  2. Wie kann der Mensch künstlich Schnee erzeugen (z.B. mittels einer Schneekanone für den Wintersport)?

Fangen wir also mal bei der ersten Frage an: In der Natur entsteht ein Schneekristall ganz ähnlich wie ein Regentropfen. Wolken transportieren Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf und geben Sie in Form von (Regen-)tropfen wieder ab. (siehe auch: Öffnet internen Link im aktuellen FensterNiederschlag)

In der höheren, eiskalten Atmosphäre gefrieren winzig kleine Wassertröpfchen an sogenannten Kondensationskernen fest. Diese Kerne sind kleine Staub- oder Russteilchen, welche in der Luft vorhanden sind. Auf der Reise durch die Wolke friert immer mehr Wasserdampf am Eiskristall fest, so dass sich mit der Zeit ein ansehnlicher Schneestern bildet.

Diese Inuit-Kinder kennen nicht nur einen Namen für "Schnee"

Ein Schneestern ist also nicht einfach ein gefrorener Regentropfen (dies ergäbe ein Hagelkorn). Vielmehr wächst ein Schneekristall langsam aus gefrierendem Wasserdampf.

Der Unterschied zwischen den unterschiedlichen Schneesorten kann sehr groß sein, weil bei ihrer Entstehung Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielen. Du hast ja sicherlich schon von "Pulverschnee" oder "Schneematsch" gehört. Die absoluten Experten auf diesem Gebiet, die Inuit, kennen sogar über hundert Wörter für Eis und Schnee, um seine unterschiedliche Beschaffenheit zu beschreiben.

Schneekanone
im Einsatz
Düsen [Quellen: Wikipedia] (c) Roland Zumbühl u.a.

Die Form der einzelnen Eiskristalle interessiert vor allem auch die Wintersportler, weil man auf feinerem Schnee besser Ski fahren kann als auf Matschschnee (Skifahrer nennen das "sulzig") oder vereisten Pisten.

Allerdings schneit es nicht immer dann, wenn man gerade Schnee zum Ski- oder Schlittenfahren braucht (in den Ferien zum Beispiel). Manchmal gibt es zwar Schnee, aber der ist entweder vereist oder zu matschig. Daher hat man sich überlegt, wie man Skipisten und Rodelhänge auch künstlich beschneien kann. Für viele Menschen ist das wichtig, weil sie von Touristen leben, die gerne Wintersport machen und dafür extra in den Urlaub fahren.

Man kann mit verschiedenen Methoden künstlichen Schnee herstellen, wir konzentrieren uns aber hier mal auf zwei.

Die am weitesten verbreitete Methode ist der Einsatz einer so genannten Propellerkanone. Hierbei erzeugt ein Propeller, der mit Wasser und Strom versorgt wird, einen starken Luftstrom. Rings um den Ausgang des Gehäuses befinden sich viele Düsen, die das zugefühte Wasser zerstäuben (wie in einer Sprühflasche) sowie kleinere Druckluftdüsen, mit deren Hilfe kleine Eiskristalle als Kristallisationskeime erzeugt werden (vgl. "Entstehung von Schnee in der Natur"). Die Größe der Wassertropfen kann den äußeren Witterungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit angepasst werden, um die gewünschten Eigenschaften des Kunstschnees zu erreichen.

Die künstliche Erzeugung von Schnee ist aber nicht überall beliebt. Zum einen wird sehr viel Energie in Form von Strom und / oder Benzin zur Herstellung benötigt, zum anderen ensteht beim Einsatz einer solchen Propellerkanone  meistens auch recht viel Lärm.

Leiser und geringfügig preiswerter ist die Methode, Eisblöcke zu nehmen und sie klein zu raspeln. Das kann man auch prima zu Hause nachmachen, indem man einfach eine Plastiktüte mit Wasser über Nacht in den Gefrierschrank legt und dann den Eisblock mit einer Drahtbürste abschabt oder einer Raspel bearbeitet. Allerdings entsteht so nicht wirklich Schnee, sondern eher kleine Eissplitter.

Ich hoffe, Dir Deine Frage umfassend beantwortet zu haben und sage

Tschüss bis zum nächsten Mal, Dein

Willi Wasser