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Illegale Brunnennutzung bei Hochsauerlandwasser GmbH angezeigt

Gesundheitsgefährdende Hausinstallation in Stockhausen wurde abgetrennt

Nicht jeder Brunnen ist ein Quell der Labsal. (Bild: römischer Brunnen)

Meschede.  Eine Anzeige bei der Hochsauerlandwasser GmbH brachte ans Licht, was im Hochsauerland vielleicht kein Einzelfall ist. Aus einem nicht angemeldeten Brunnen entnahm ein Mescheder Bürger Brauchwasser und nutzte dies innerhalb seiner Hausinstallation für die Waschmaschine, die Toilettenspülung und zu anderen Zwecken. Das weder aufbereitete noch desinfizierte Brunnenwasser war nach Aussage des Kreisgesundheitsamtes für den Verzehr als Trinkwasser absolut ungeeignet. Hinzu kam erschwerend: Das Haus verfügte über keine separate Hausinstallation für das ungenießbare Brauchwasser und das in das gleiche System an anderer Stelle eingespeiste Trinkwasser. Brauch- und Trinkwasser konnten sich innerhalb der Hausinstallationen vermischen. Ein absolut gesundheitsgefährdender Zustand.

 

Das Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreises und die Hochsauerlandwasser GmbH veranlassten die sofortige Abtrennung der illegalen Brunnenanlage. Der Hochsauerlandkreis hat zudem umgehend ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, was ein empfindliches Bußgeld für den Mescheder nach sich ziehen wird. Darüber hinaus wurde der Sachverhalt durch die Hochsauerlandwasser GmbH auch der Stadt Meschede angezeigt. An diese hatte der Mescheder für das jeweils entnommene Brauchwasser seit Jahren keine Kanalgebühren abgeführt. Die Gebühren werden allerdings jetzt fällig, natürlich mit entsprechenden Verzugszinsen. Insgesamt eine für den Mescheder sehr kostspielige Angelegenheit.

 

Und eine gefährliche Angelegenheit noch dazu! Die Hochsauerlandwasser GmbH weist darauf hin, dass gemäß Trinkwasserverordnung Wasserversorgungsanlagen, aus denen Trinkwasser für den menschlichen Gebraucht entnommen wird nicht mit Anlagen verbunden werden dürfen, die lediglich Brauchwasserzwecken dienen. Und das aus gutem Grund.

 

Bestehen Verbindungen zwischen diesen Systemen bzw. gibt es erst gar keine getrennten Systeme, dann können sich Trink- und Brauchwasser vermischen, was erhebliche Gefahren für den Menschen auslösen kann. Da die Beschaffenheit des Brauchwassers, wenn überhaupt jemals beprobt, zudem keiner regelmäßigen Prüfung unterliegt, können Schwermetalle, bakterielle Erreger oder chemische Substanzen in das Trinkwasser gelangen