Wasseraufbereitung in Stockhausen

Stockhausen. Damit Bakterien keine Chance haben, wird das heimische Trinkwasser gründlich gefiltert und ständig kontrolliert. Vollautomatisch läuft die Steuerung ab, per Computer können die Mitarbeiter der Hochsauerlandwasser GmbH in jedem der Wasserwerke jederzeit kontrollieren, was wo wie läuft.

Beispiel Stockhausen: Zahlreiche Stationen und Filter durchläuft das Wasser, ehe es als Trinkwasser das 1980 errichtete und 2011 umgebaute Wasserwerk in Stockhausen verlässt. Das Wasserwerk Stockhausen der Hochsauerlandwasser GmbH gewinnt sein Rohwasser aus natürlichem Grundwasser und aus Uferfiltrat der Ruhr über drei Brunnen. Bei Bedarf wird das Grundwasser mit Wasser aus einem Altarm der Ruhr über Versickerungswiesen angereichert.

Das Rohwasser wird zunächst belüftet und durch einen Kalksteinfilter geschickt – dadurch wird die natürliche Kohlensäure herausgeholt. Diese würde nämlich sonst dafür sorgen, dass die Wasserleitungen verrosten. Danach fließt das Wasser durch Kies, um Eisen und Mangan herauszufiltern. Die weitere Aufbereitung erfolgt seit Anfang 2011 unter Einsatz modernster Technik nach dem Multibarrierenprinzip. Zunächst sorgt eine Ultrafiltrationsmembrananlage dafür, dass Partikel einschließlich Keimen, Bakterien, Viren, Parasiten aus dem Wasser entfernt werden. Danach fängt ein Aktivkohlefilter gelöste Spurenstoffe, wie zum Beispiel Rückstände von Arzneimitteln, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln, Industriechemikalien (z.B. PFT) usw. auf.

Bevor jährlich etwa 900 000 Kubikmeter Reinwasser als Trinkwasser mit bester Qualität über einen Hochbehälter in das Rohrnetz eingespeist werden, erfolgt noch eine Sicherheitsdesinfektion mit UV-Technik und/oder auch mit Chlordioxid. Erst dann wird das fertige Trinkwasser zum 4 000 Kubikmeter fassenden Hochbehälter Langenberg bei Berghausen hinauf gepumpt. Dieser Wasserspeicher sorgt durch seine Lage am Berg dafür, dass Druck auf den Leitungen bleibt.

Vorarbeiter Ralf Wegener zeigt die Kalkkörner, durch die das Rohwasser im ersten Schritt der Aufbereitung geleitet wird.
Am Computer haben Ralf Wegener und seine Kollegen Zugriff auf alle Anlagen von Hochsauerlandwasser. Wenn Störungen gemeldet werden, können sie auf dem Bildschirm jederzeit sehen, was los ist.
Ganz viel Papier: In diesen Ordnern stecken nur die Schaltpläne für das Wasserwerk in Stockhausen.
Ganz viel Technik steckt im Wasserwerk – so können alle Anlagen vollautomatisch gesteuert werden.
Ständig werden Proben aus dem Wasser entnommen.
Durch winzige Löcher wird das Wasser geleitet. Durch diese Anlage werden auch kleinste Partikelchen noch herausgeholt.
So sieht jedes der Membranmodule innen aus.
Die Ultrafiltrationsanlage: In sechs Reihen mit je 11 Membranmodulen können bis zu 220 Kubikmeter Wasser gleichzeitig gefiltert werden.
Nicht nur elektronisch, sondern auch per Hand können Vorarbeiter Ralf Wegener und seine Kollegen die Leitungen absperren.
Mit diesen Pumpen wird das Wasser in die Ultrafiltrationsanlage gepumpt.
In dem linken türkisfarbenen Behältern befindet sich Kalkstein, im rechten Aktivkohle.
Sieht aus wie ein Schwimmbad, ist aber keins: In solchen Zwischenbehältern hat das Wasser gerade mal 7 bis 10 Grad.
So sähe eine Wasserleitung aus, wenn Mangan und Eisen nicht aus dem Wasser gefiltert würden.
Vom Wasserwerk Stockhausen aus wird das aufbereitete Trinkwasser zum Hochbehälter Langenberg bei Berghausen gepumpt.